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Konzept:

Das SEEKULT FESTIVAL, das von Studierenden der Zeppelin Universität organisierte Kulturfestival, bespielt in seinem Jubiläumsjahr in einer Sonderausgabe erstmals den Stadtraum von Friedrichshafen. Während ein Jubiläum häufig den Anlass bietet Konstanten zu feiern und dabei dennoch neues auszuprobieren, forderten in diesem Jahr allen voran die Auswirkungen der Corona Krise ein radikales Umdenken in der Konzeption und Ausführung von SEEKULT. Zugleich ermöglichten diese Herausforderungen jedoch auch den Grundgedanken eines Festivals, die gemeinschaftliche Präsenz, neu zu reflektieren. Gerade die „Präsenz“ im öffentlichen Raum, oft für selbstverständlich gehalten, musste in den letzten Monaten erheblich zurückgeschraubt werden. Auch die Kulturbranche sah sich angesichts der Pandemie mit der Frage konfrontiert, wie sie in Krisenzeiten Kultur Präsenz verschaffen kann.

Vor diesem Hintergrund findet SEEKULT in diesem Jahr unter dem Leitmotiv „Präsenzen“ statt und bietet so einen künstlerischen Leitfaden, um gesellschaftliche Fragestellungen, die sich aus dem Jahr 2020 ergeben, intensiv beleuchten zu können. Dabei soll der städtische Raum skizzenhaft mit künstlerischen Interventionen bespielt werden, die eine veränderte Wahrnehmung des Stadtraums evozieren und so den momentanen gesellschaftlichen Ausnahmezustand reflektieren. Die aus der Corona-Krise hervorgegangenen Einschränkungen werden als zu nutzende Reflexionsräume verstanden, die SEEKULT zum Ausgangspunkt nimmt, um einen multiperspektiven, gemeinschaftlichen Raum für kulturellen und gesellschaftlichen Austausch zu bieten.

Mithilfe eines breiten Spektrums an künstlerischen Ausdrucksformen soll an dem Abend sowohl auf die Orte als auch auf die herausfordernde Gegenwart eingegangen werden. So sind von dem rumänischen Künstler Dan Perjovschi eine Reihe von Zeichnungen zur Corona-Pandemie zu sehen und die Schweizer compagnie.o. führt eine fortlaufende Tanzperformance in einem Glaskasten auf. Die vierteilige Spracharbeit „Anwesenheit“ von Franz Erhard Walther sowie die spiegelnde Installation der Künstlerin Tatjana Busch (München) integrieren sich am Buchhornplatz in das Stadtbild und ein eigens von dem Lyriker Tobias Roth für den Ort und Anlass verfasstes Gedicht wird von Sophia Pompery in den öffentlichen Raum geschrieben.

Rückblick:

Seitdem sich 2011 erstmals mehrere hundert Besucher*innen auf dem Gelände des Kulturhaus Caserne einfanden, zog SEEKULT alljährlich ein großes regionales und überregionales Publikum an. Gekonnt beleuchtete das kultige Festival regionale und gesellschaftsrelevante Themen durch die breite Palette der Kultur. Dabei wurden Themen wie "Regionale Identitäten", "Heimat Digital", "Wenn Parallelen sich schneiden" oder "EigenArten" in einem facettenreichen und inspirierenden Angebot aus Konzerten, Ausstellungen, Filmen, Theater, Poetry Slam, Lesungen, Modeperformances und Diskussionen behandelt.

Team:

SEEKULT wird von einem Team Studierender der Zeppelin Universität organsiert. So vielseitig wie das Festival, ist auch das Team: Seit Februar arbeitet das Team mit Hochdruck an der Jubiläumsausgabe. Ob Kulturwissenschaftler*in oder Soziolog*in, Finanzexpert*in oder Kurator*in – uns alle verbindet die Liebe zur Kultur und der Wunsch, ihr in all ihren Facetten wieder öffentliche Präsenz zu verschaffen.

Universitärer Hintergrund:

Als Lehrveranstaltung der Zeppelin Universität ist das SEEKULT Festival eingebunden in das 2004 gegründete „artsprogram“, welches sich als kreatives Labor der Zeppelin Universität versteht, in dem neue Verknüpfungen von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft erprobt werden. Mit seinem auf Diskurs ausgerichteten, künstlerischen Angebot im wissenschaftlichen Kontext stellt das artsprogram der ZU eine einzigartige Position in der Kulturlandschaft Baden-Württembergs dar. Es lädt Künstler*innen, Studierende, Wissenschaftler*innen und Gäste zu einem öffentlichen Dialog ein, um sich mit gesell- schaftrelevanten Themen auseinanderzusetzen.

Die Zeppelin Universität als gemeinnützige GmbH, versteht sich als eine junge, gesellschafts- wissenschaftlich ausgerichtete Hochschule. Sie ist ein Kind des 21. Jahrhunderts und seit ihrer Gründung darum bemüht, die disziplinäre Ordnung der Universitas weiterzuentwickeln und an dem Projekt ihrer Transformation mitzuwirken. Sie setzt sich daher ganz bewusst mit alternativen Wissens- und Erkenntnisformen auseinander, die mit Denk- und Handlungsmustern der Gegenwart korrespondieren. Als interdisziplinär ausgerichtete Universität kultiviert die ZU dabei ganz unterschiedlichen Formen der kollektiven Wissensproduktion.

Sponsoren:

Auch in diesem Jahr dürfen wir auf die Unterstützung zahlreicher Sponsoren, Spender und Kooperationspartner zählen, ohne die die Umsetzung der SEEKULT-Jubiläumsausgabe nicht möglich wäre. Um Planungssicherheit in ungewissen Zeiten wie diesen zu gewinnen ist ein Kulturprojekt wie unseres auf ein besonderes Maß an  Unterstützung angewiesen.

Im Zuge der Pandemie mussten wir uns ungeahnten Herausforderungen in der Planung und Konzeption des Festivals stellen, die ohne den Rückhalt unserer Sponsoren nicht zu meistern gewesen wären. Nur diese finanziellen Spielräume ermöglichen uns SEEKULT als Kunstintervention nach Friedrichshafen zu tragen, auf Ticketeinnahmen zu verzichten und es so für ein breites Publikum Kulturinteressierter zu öffnen.

Auch möchten wir uns bei der Stadt Friedrichshafen, beim Stadtmarketing, dem Kulturbüro, dem Graf-Zeppelin-Haus und dem Zeppelin Museum für die Unterstützung in der Ermöglichung dieses Projekts bedanken.

Ein besonderer Dank gilt auch dem Haus der Kunst, München, sowie der Franz Erhard Walther Foundation, die uns freundlicherweise die Arbeit "Anwesenheit" zur Verfügung gestellt haben.